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Quer durch Deutschland 2022

Wie ich ein Velomobilist wurde

von Holger Seidel (Kommentare: 0)

Vom Suchen und Finden des "richtigen" Velomobils

Dem vorangegangenem Artikel kann man die klassische Radsportsozialisation entnehmen. Klassisch hieß: Man fuhr mit weißen Socken (nur mit weißen), man fuhr in Schwarzen Hosen (komplett schwarz), alles am Rad musste seine Ordnung haben, man hatte immer zu wenig zu trinken und essen mit dabei… In diesem Kosmos existiert kein schnelleres Rad als ein Rennrad. Für den Rennradfahrer (ich spreche hier wirklich vor allem von den Männern) ist der Radkosmos, zumindest mit der klassischen Sozialisation, begrenzt.

Anfang der 90er machte ich eine Ausbildung zum Zweiradmechaniker. Im Laden hatten wir auch Liegeräder. Neben vielen anderen Spezialrädern. Aber die ganzen Spezialräder verkauften wir nicht, das war eher ein Gruselkabinett für den sportlich ambitionierten Fahrer.

2008 las ich im Rohloff Jubiläumsbuch einen Artikel über Christian Ascheberg, der uns dann leider viel zu früh verlassen sollte. Im Buch dann Bilder vom 24 Stunden Weltrekord auf einem Bülk-Einspurer.

Bis 2017 sollte es noch dauern, bis ich dann mein erstes Velomobil bewusst gesehen und inspiziert habe. Für den Flèche Allemagne (eine Sternfahrt der LangstreckenfahrerInnen), suchten wir noch ein Teammitglied. Hartmut Hoburg, einer der Organisatoren der Ostfalen Brevets, suchte noch ein Team. Wir kamen also in Kontakt und der fragte, ob wir ihn auch mit seiner „Rappelkiste“ mitnehmen. Er hat das kurz erläutert, vorstellen konnte ich es mir bis zum Start nicht. Dann kam also Hartmut mit seinem knallgelben DF angefahren und wir waren zu viert auf Rennrädern unterwegs. Letztlich muss er sich viel gelangweilt haben. Bergab eine andere Liga, auf der Geraden immer vor uns und dann wartend und selbst bergauf hatten wir keinen wirklichen Vorteil gegenüber ihm. Mich hat das so beeindruckt, dass ich mehr darüber wissen wollte und ich wurde vorzüglich mit Informationen versorgt. Und ein Jobwechsel stand für 2018 an. Dieser sollte einen längeren Weg zur Arbeit beinhalten. Welche Situation kann da günstiger sein, um einen Einstieg zu wagen? Also die erste Probefahrt auf einem alten Velomobil unternommen. Das war schon gut, zeigte zumindest das Potential auf. Der wirkliche Schalter wurde nach einer ausgiebigen Probefahrt beim Räderwerk in Siedenburg umgelegt. Ich fuhr einen Milan SL und ein DF von Intercitybike Probe. Der Milan hat mich dabei überzeugt und vor allem begeistert. Also eine Bestellung aufgegeben. Die Wartezeit von mehr als 15 Monaten war qualvoll. Aber das Warten sollte sich lohnen.

Im November 2018 konnte ich dann meinen erstes Velomobil abholen: ein Milan SL. Oh weh, war das alles neu und ungewohnt! Aber schon nach fünf Wochen war es vorbei. In einer frühen Morgenstunde, bei starkem Regen und im Berufsverkehr wurde ich „übersehen“ und umgefahren. Das Velomobil war ein Totalschaden, mir war zum Glück nichts passiert. Aber die Begeisterung war geweckt und ich konnte mir nicht vorstellen, noch einmal so lange warten zu müssen. Der Gebrauchtmarkt war leer bzw. schien gar nicht zu existieren.

 

Zum Glück sprang bei Intercitybike ein Kunde ab und ich konnte die Bestellung von einem neuen DF XL übernehmen. Die Abholung in den Niederlanden habe ich dann auch gleich standesgemäß vollführt und ich bin auf eigener Achse nach Hause gefahren. Viele Km und großartige Erinnerungen bleiben an dieses auffällig lackierte Velomobil. Ich bin damit u.a. Paris-Brest-Paris gefahren, spätestens auf diesen 1.200 Km wird man eine Einheit.

Aber die Liegeposition war für mich auch nach vielen Kilometern nicht annähernd so gut wie im Milan. Also wieder eine Probefahrt in Siedenburg und einen neuen Milan SL bei Jens Buckbesch bestellt. Die Wartezeit wurde mehr als halbiert und so hatte ich im Frühjahr 2020 mein Traumvelomobil. Leider wurden der zweite Milan SL und ich auch keine guten Freunde. Aufgrund einer Umstellung in der Produktion war das Fahrzeug für mich im Dauereinsatz nicht fahrbar zumindest nicht, wenn ich die Nerven behalten wollte. Und das wollte ich.

 

Sven Kröll von Velomobile Nord machte es dann möglich, dass ich zeitnah ein Alpha 7 aus der Entwicklung von Daniel Fenn bekam. Was für ein Fahrzeug! Hier hatte einer ein hervorragendes Fahrzeug auf die Beine gestellt. Und so wurden wir ein super Team, wovon über 15.000 Km in unter einem Jahr zeugen. Aber auch hier blieb, ein Leiden auf hohem Niveau, das Problem mit der recht steilen Sitz-/Liegeposition.

Und dann war Jens Buckbesch Ende 2020 am Überarbeiten vom Milan. Alle Fehler aus der Serie davor sollten behoben werden. Für mich die Entscheidung wieder zurück auf dieses Fahrzeug zu gehen, da ich bisher in keinem anderen Fahrzeug so lange und problemlos sitzen und treten konnte. Und das wird bei dem Rekordunternehmen entscheidend sein: eine Position zu finden, welche man über lange Zeit schmerzfrei fahren kann. Und was soll ich sagen? Bisher hat sich der Umstieg absolut gelohnt. Der Milan läuft zuverlässig, schnell und gut.

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