Nachrichten August 2010
6h im Visier
Do, 26.08.2010 von Jörg Basler
Wir sind gerade dabei eine Location für einen 6h Weltrekord zu organisieren.
Das Wetter muss auch mitspielen. Regen und weniger als 17°C wären nicht besonders Rekord fördernd.
Wenn alles klappt könnte es schon am 3.10.2010 losgehen. Wir berichten.
Streckenlänge DEKRA-Oval
Do, 19.08.2010 von Jörg Basler
Streckenlängen
Zeitnahme : 5,829km
Dekra jeweils innen gemessen; Fehler < 0,05%
Fahrbahn 1 : 5826,9 m
Fahrbahn 2 : 5855,6 m
Die absolute Bestzeit beim Dekra Wochenende (eMilan)
Di, 17.08.2010 von Jörg Basler
| Pos | No. | Name | Laps | Total time | Diff | Best time | In lap | Best speed |
| 1 | 14 | Wulf Kraneis | 4 | 15:59.132 | 2:41.515 | 2 | 129.929 |
Quelle: Zeitnahme Gerard Ahrens Mylaps
Erwähnen möchte ich hier noch Daniel Fenn. Als Wulf zur ersten Runde startete, sprang Daniel in sein EVO-R und fuhr, nein, raste hinterher. Ich habe es nicht gemessen und hab auch leider noch keine Aufnahme dazu, aber er hat sicher weniger als eine Minute auf Wulf verloren
Dekra 2010 Bericht von Jörg Basler
So, 15.08.2010 von Jörg Basler
Eisenherz bzw. droplimits und der 24h Rekordevent
Einige werden es wissen, Eisenherz/ Jörg Basler ist das Gesicht hinter
Droplimits. Ich schreib hier was ich mit dem Event erlebt habe.
In
den Osterferien nahm die Idee eines Rekordwochenendes konkrete Formen
an. Jetzt galt es schnell viele Dinge zu organisieren, mit denen man
besser schon viel früher angefangen hätte. Meine Hauptaufgabe waren die
Reifen, Öffentlichkeit, Sponsoren, und ein Internetauftritt. Von all dem
hatte ich bisher Nichts in der jetzt nötigen Dimension gemacht. Vieles
funktionierte, aber natürlich bei weitem nicht alles.
Größte Hürde: Ich hatte noch nie einen Internetauftritt in Form eines CMS ( Content Managmanet System) angelegt. Die ersten vierzehn Tage waren dementsprechend frustrierend. Ich war ganz kurz davor das Handtuch zu schmeissen. Die vielen Stunden täglich, bis tief in die Nacht/ den Morgen passten so gar nicht zu dem extrem dürftigen Ergebnis. Dann war da noch der Reifenpoker, viel zu wenig Zeit. Und die Presse... .
Nach gut vier Wochen Nachtarbeit mit Reinhard Herden (Velomobilforum)
per email verbunden, als Lotse um die schwierigsten Hindernisse, war
die erste Hürde genommen. Parallel gab es die ersten Versprechen von
Reifenherstellern, aber die Presse erwies sich als härteste Nuss.
Erschwerend kam hinzu, dass mein Jahresurlaub, weit vor der Eventplanung, festgezurrt, genau 2,5 Wochen vor dem Event lag.
So
nahm unsere Idee ihren Lauf. Droplimits erfuhr die Feuertaufe mit der
Cyclevision und erfreulichen 72767 Zugriffen. Wir waren die Ersten, die
Bilder online hatten und es waren schon Bilder von Bas de Meijer dabei.
Diverse
Reifen und Schläuche wurden für uns gefertigt, ein paar Sponsoren
konnten gefunden werden, aber die Presse erwies sich als widerspenstig,
und mein Urlaub kam mit riesigen Schritten näher. Von diesem schönen
Urlaub musste ich dann leider auch 3 Tage für den Event abzwacken. Zu
Hause angekommen wurde mir klar, dass mein Part, Presse, nicht das
erwünschte Ergebnisse hervorbrachte. Kurzfassung der meisten an Sport
interessierten Redaktionen: WM, Tour de France, Urlaub. Der nächste
Dämpfer folgte. Meine Mitfahrgelegenheit, hatte ihr Fahrzeug noch nicht
fertig, den Freitag konnte ich schon mal abschreiben. So ging es dann
mit gemischten Gefühlen auf die lange Fahrt in die Lausitz.
Samstag
kamen wir um 00:30 am Dekraoval an. Jetzt musste noch die Scheibe am
neuen Rekordfahrzeug eingeklebt werden. So gegen 2:00 machte ich dann
die Augen zu, irgendwo im Wald neben der Strecke, aber wenigstens im
Wohnmobil. 6:30 Aufstehen und letzte Arbeiten am Fahrzeug ... ohne
Worte. Um 8:30 fuhren wir dann auf die Strecke. Kaiserwetter und ein
Betrieb wie im Bienenschwarm. Für eine eingehende Begrüßung oder gar
Besprechung waren wir viel zu spät. Die ersten Fahrer waren kurz vor dem
Abflug. Keine Zeit sich zu orientieren, gleich rein in die Arbeit.
Bilder mussten her. Aber auch die Frage wo ich die nächsten 24h bleibe
und ob es überhaupt einen für mich zugänglichen Internetanschluss
mussten noch geklärt werden.
Die nächste Stunde war aber
natürlich mit den Starts der Fahrer gefüllt. Die meisten kannte ich,
aber ein paar noch nicht. Schwierig den Überblick zu behalten in diesem
Gewusel. Wer startet wann, auf welche Streckenlänge? Zwischendurch immer
wieder Begrüßungen netter Leute, die ich lange nicht gesehen habe, aber
für die ich gerade gar keine Zeit hatte.
Irgendwann wurde dann klar,
dass das Wohnmobil, anders als zunächst angesagt, dort stehenbleiben
konnte wo es stand. Das war der erste Lichtblick in meinem persönlichen
Chaos. Kurze Zeit später, zeigte mir Frau Haubold, die Kontaktperson vor
Ort zum Dekraoval, wo ich einen Ethernetzugang bekommen könnte. Ein
großer Stein viel mir vom Herzen. Ich war nicht mehr allein auf eine
zweifelhafte UMTS-Verbindung angewiesen. Es waren ein paar hundert Meter
bis zu unserer “Pressestelle“, was mich leider ein wenig vom Geschehen
abschnitt, zumal ich nur zu Fuss unterwegs war.
Irgendwann traf
ich auch Bas de Meijer. Das beruhigte mich weiter, kannte ich doch seine
hervorragenden Bilder von der Cyclevision. Außerdem war er noch
freundlicher als erwartet. Das war gut, denn wir hatten viele Stunden
gemeinsamer Arbeit vor uns. Als wir dann nebeneinander an unseren
Computern saßen und uns je nach Bedarf den einen verfügbaren
Etherntanschluss teilten, durfte ich ihm zudem noch bei der Arbeit über
die Schulter schauen. Bis dahin dachte ich noch, ich hätte Ahnung vom
Fotografieren ... .
Zurück zur Strecke. Hektisches Treiben. Die
Observer hatten kurzfristig beschlossen eine „Luft“-betankung auf der
Strecke zu untersagen. Das ist ein sonst übliches Verfahren, bei
Langstreckenrekordfahrten. Es durfte nur in der, großzügigen, Boxengasse
„getankt“ werden. Das erhöhte die Hektik noch ein weing. Pläne mußten
jetzt schnell angepasst und den Fahrern mitgeteilt werden. Milane in
allen Positionen, Rücken, Seite, etc., erstaunlich viele Milane.
Man
konnte die Renngefährte von Harald Meckelburg, Wulf Kraneis, das eMilan
von Kirsten Niederlein und „Ersatz“-milane sehen. Christian v.
Ascheberg war bereits unterwegs. Das hatte schon was von einem echten
Werksteam, mit, Jens Buckbesch, Helge Herrmann, Eggert Bülk als Väter
der Milane.
Dazwischen Bernhard Böhler mit seinem futurischischen
SL1 und Charly mit seinem VV-Perigrin. Ein so hoher Alltagseinspurer,
mit Chancen? Und was hatten die beiden da für Edelhelfer mitgebracht.
Die Birkenstockfraktion um Rosmarie Bühler nebst Jürg und Regula
Birkenstock-Bucher. Sie hatten auch noch Andreas Kraus auf seinem
heckverkleideten Birk Comet dabei.
Irgendwo machte sich Hans Wessels
startklar, der, zusammen mit Jan van Steeg, Betreuung durch das nicht
weniger prominente Ehepaar Hans und Ellen v. Vugt, als holländische
Fraktion, erfuhr.
Ein wenig verloren wirkte dazwischen Daniel Fenn
mit seinem neuen superleichten EVO-R (18kg). Freunde und Brüder bildeten
seine Helferschar, aber der Unterschied zu den routinierten Teams war
nicht zu verbergen.
Überall war was los und in meiner neuen Aufgabe als Presse merkte auch ich die mir fehlende Routine.
Plötzlich
der Knall. Ohrenbetäubend, selbst aus der Entfernung. Alle suchten.
Mist, war das mein Reifen, zuviel Duck, zu heiß? Diese Fragen standen in
allen Gesichtern.
Daniel hatte es getroffen, beinah wörtlich. Die
Felge war geplatzt. Knockout!? Wo war seine Ersatzfelge. Noch war Zeit.
Das Startfenster reichte bis 10:00Uhr. Jetzt musste er Tribut zollen.
ursprünglich hatte er geplant von seinem Heimatort Bad Kissingen aus
anzureisen. Dort hatte er auch sein Materiallager. Er war aber direkt
vom Bau aus Straelen angereist und nun fehlten viele Dinge, nicht nur
wichtige Reifen. Man kann Daniel vieles vorwerfen, aber sicher nicht,
dass er sich leicht von seinem Ziel abbringen lässt. Nichtmal so ein
heftiger Rückschlag, brachte ihn aus der Ruhe. Kurzfristig hatte er sich
ein Hinterrad aus einer Speedmaschine organisiert. Alles musste
umgebaut werden, auch die Scheibenbremse musste ab. Werkzeug liehen
alle. Jeder hatte ein fehlendes Puzzelteil, um diese, doch nicht ganz
einfache, OP in der Schnelle zu bewerkstelligen. Hier muss auch der
selbstlose Oliver Brandmüller, als „Organ“-Spender, erwähnt werden. Mit
geringfügigen Zweifeln gab er sein Hinterrad mit dem Kommentar an
Daniel: “ Ich brauch es aber morgen zurück, um zum Zug zu kommen“. Hat
noch jemand Zweifel, das wir dort eine große Familie waren?
Irgendwann
waren alle auf der Strecke und, wer hätte das gedacht. Es war nicht
Daniel, der als Letzter startete. Am Anfang fuhren einige Fahrer als
wollten sie die 6h angreifen. Den Speed konnte man aber nur bemerken,
wenn man ganz nah dran war oder mal einen Blick bei Gerard Ahrens über
die Schulter auf die aktuellen Zeiten warf. Auf der hervorragenden, aber
auch riesigen Strecke sahen die Fahrzeuge aus, als ob man mit dem
Hollandrad hinterherfahren könnte. Es kam Routine auf. Endlich war auch
Zeit für mich vorhanden den ein oder anderen Observer zu begrüßen und
das erste Mal ins „Büro“ zu gehen. Das hätte ich besser nicht gemacht,
denn Daniel unterbrach die Routine, leider nicht nur einmal, sondern
viel öfter als ihm lieb war, Reifenpannen im Abo.
Seine Pannen
ließen auch die Anderen aufhorchen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Wer
genau hingehört hat konnte bei Daniel hören, wie sich die Defekt
ankündigten. Das brachte echte Unruhe, denn mehr oder weniger
geräuschfrei zogen nur Charly und Andreas Kraus ihre Runden. Alle
Fahrzeug, schepperten bollerten, oder hatten schleifende Geräusche und,
wen wunderte es, die wurden gerade von Runde zu Runde lauter, oder? Und
Daniel schon wieder drin. Verflixt. Aber der Teufelskerl war nicht
kleinzukriegen. Reparieren, weiterfahren. Ne echte Chance hatte er
eigentlich schon längst nicht mehr, aber ne Menge Courage. Irgendwann
bei einer „Pause“ wurde natürlich auch darüber gesprochen, ob es Sinn
macht weiterzufahren. Daniel ließ daran keinen Zweifel, er wollte
fahren. Da kam von einem Teamleiter der nicht unkomische Einwurf: “ Hast
du denn dafür auch genug Reifen dabei?“ Letztlich ist er 13h:17min
gefahren. Länger als einige andere ... aber leider nicht so weit.
Ausgeknocked haben ihn Durchblutungsschwierigleiten im Bein. Ob es am
neuen Sitz lag oder an seiner schweren OP ... ?
Zwischenzeitlich
mussten auch Bernhard Böhler und Jan van Steeg aufgeben, genauso wie
Hans Wessels. Ihr Körper, war diesmal die Grenze. 10 Stunden
Höchstleistung, für die meisten unter uns unvorstellbar, gehen an
niemanden spurlos vorbei. So lange seinem Ziel treu zu bleiben und dann
doch aufgeben zu müssen verdient größten Respekt.
Kirsten Niederlein hatte zwischenzeitlich den eMilan deutlich weiter bewegt, als die Konstrukteure zu hoffen wagten.
Wulf
Kraneis zog seine Runden in atemberaubendem Tempo. Den Weltrekord über
12h konnte ihm aus eigener Kraft keiner mehr nehmen. Ihr kennt ja den
Ausgang. Man braucht keine Defektserie wie Daniel, ein schwerer Defekt
reicht. Die Belastungen in Kombination mit der Hitze im Fahrzeug gingen
auch an Wulfs Fahrzeug nicht spurlos vorbei. Leider betraf es bei ihm
elementare Teile. Die Lagerung der Umlenkrolle und ein Kettenschutzrohr.
Die Lagerung löste sich in Wohlgefallen auf und das Teflonrohr hatte
sich aus der Klebung gelöst und war schon zur Hälfte vom Antrieb
aufgeribbelt. Beachtlich welches Tempo Wulf, trotz diese Handycaps
vorlegte. Das spricht für die Milane. Ein Milan fuhr auch mit falsch
durchs Schaltwerk gefädelter Kette, ebenfalls ziemlich schnell. Da
scheint noch Potential in diesen Fahrzeugen zu stecken.
Zurück zu
Wulf, der es nicht nur auf der Strecke ziemlich eilig hatte. Wohl dem
Adrenalin geschuldet, trieb er auch sein Team zu Höchstleistungen. Nur
zaubern konnte dies leider auch nicht. Unter 15 Minuten war da nichts zu
wollen. Das war mehr als Christians gesamte Pausenzeit. Mal abgesehen,
davon, dass Christian bis zu diesem Zeitpunkt noch gar keine Pause
gemacht hatte.
Ein Ersatzmilan musste her. Das hatte nur einen nicht
ganz unbedeutenden Hacken. Sowas hatte es bisher in der Rekordgeschichte
noch nie gegeben. Jetzt war Hektik in das bis dahin meist beschauliche
Tun der Observer gekommen. Heiß wurde diskutiert, ob es sich bei einem
Wechsel um eine Vorteilsnahme handelt oder nicht. Schlussendlich konnte
dass in der Kürze der Zeit nicht wirklich geklärt werden und Wulf musste
in sein altes Fahrzeug. Das hat in definitiv den Rekord gekostet. Das
er zu Ende gefahren ist und auch noch einen 53er Schnitt über 12h in den
Asphalt gebrannt hat, zeigt aber, das auch Wulf kein Typ ist, der
einfach die Flinte ins Korn wirft. Ebenfalls ein erstklassiger
Wettkämpfer.
Die vier Verbliebenen fuhren Maschinen gleich in die
Nacht. Christian v. Ascheberg holte sich den 12h Weltrekord und machte
seine einzige echte Pause.
Harald Meckelburg hatte schon tagsüber
Probleme mit der Temperatur. Er fuhr eine ganze Zeit ohne Kopfhaube,
was in ca. 3-4km pro Stunde kostet. Der „Hitzetod“ war aber auch keine
Alternative. Für Harald kam dann kurz vor 24 Uhr das Aus. Er entschied
sich mit seinen Kräften vernünftig umzugehen. Sich völlig leer fahren
ohne den Hauch einer Chance auf irgendeinen Rekord, dass war nicht sein
Ziel. Lange Fahrten hatte er in seinem Leben auch schon reichlich
absolviert, so dass auf ihn nichts gewartet hätte, außer völliger
Erschöpfung ohne nennenswerten Gegenwert.
Als ich nachts mal
wieder vorm Rechner saß und einer der letzten Drei, Andreas Kraus, bei
mir vorbei, zur Toilette ging, musste ich sehr verwundert feststellen,
wie locker man nach so langer Zeit des durchgehende Radfahrens aussehen
kann. Hätte ich es nicht besser gewusst, ich hätte auch glauben können,
Andreas hätte seinen Start noch vor sich. Unglaublich. Andere hatten
schwer leidend aufgeben müssen und er sah noch so frisch aus.
Ich selber war ja froh mich gleich mal ein wenig aufs Ohr legen zu können.
2,5h
Schlaf taten gut. Leider war ich ein halbe Stunde zu spät. Bas war
bereits auf den Beinen und hatte einige der schönsten Liegeradbilder
aufgenommen die ich kenne. Das Morgengrauen mit seinem unvergleichlichen
Farbenspiel war sensationell. Welch unglaubliches Glück wir mit dem
Wetter hatten, wurde mir erst recht bewusst, als man wenige Tage später
die Wetterkatastrophenmeldungen in den Nachrichten zu sehen bekam. Jetzt
weckte uns alle die Sonne mit wunderschönen Farben. Auch eine Wohltat
für alle Helfer und Observer. Zwar hat man immer die Spannung im Nacken,
ob es auch wirklich klappt, mit dem Weltrekord und man zittert förmlich
mit jeder gefahren Runde mit, aber echten Unterhaltungswert haben die
vorbei gleitenden Fahrzeuge nach all den Stunden nicht mehr. Schön dass
es Tag wurde. Nach gut 19h:30min hatte Christian dann, so schnell wie
kein Mensch vor ihm, nur mit Muskelkraft, 1000km hinter sich gebracht.
Schade, dass Henry nicht eher gestartet war. So unauffällig wie eher und
sein absolut leises Fahrzeug hat wohl noch niemand derartige Leistungen
vollbracht. Immerhin hat er alle bis dahin bestehenden Weltrekorde auf
der Strecke eingestellt ... bis auf den 30min vor ihm von Christian
aufgestellten. Völlig unbeeindruckt von all dem fuhr Andreas seine
Runden.
Nach 24h war es dann vollbracht. Christian kam rein,
verschnaufte kurz und stieg aus, ohne fremde Hilfe. Sein größtes
Bedürfnis, sich flach hinzulegen. Er hatte doch 24h gelegen!? Fast
unbemerkt kam auch Andreas rein und wo war Charly? Klar, er musste noch
fahren, aber wo war er jetzt? Irgendwie hatte er sich über eine
Querverbindung zum Startplatz begeben. Alle drei sahen zwar erschöpft
aus, aber in Anbetracht ihrer Leistungen doch erstaunlich gut. Was für
eine verrückte Bande!
Ich freu mich schon aufs nächste Jahr. Mal schauen was wir da wieder alles geboten bekommen.
Ach
ja, es scheint nicht nur mir gut gefallen zu haben. Wir hatten Sa. 187
276 und So. 385 019 Zugriffe. Danke an alle Beteiligten!
HPV, WHPVA, IHPVA, WRRA - die offiziellen Liegeradorganisationen
Sa, 14.08.2010
HPV, WHPVA, IHPVA, WRRA - die offiziellen Liegeradorganisationen
Es gibt einen ganzen Dschungel von Abkürzungen, hinter denen Organisationen zur Förderung muskelgetriebener Fahrzeuge stehen. Wer ist wer? Wer überwacht Rekordversuche? Wer verwaltet Rekorde? Zur Entwirrung hier eine Begriffserklärung der wichtigsten, wer was tut, was sie unterscheidet und wie man sie erreichen kann.
Der HPV e.V. Deutschland
("HPV") ist der offizielle deutsche Verein für Human Powered Vehicles,
also muskelgetriebene Fahrzeuge (und Schwimm- und Fliegzeuge). Der HPV
hat gerade sein 25jähriges Jubiläum gefeiert und versammelt eine
illustre Schar von Bastlern, Alltagsfahrern, Liegeradreisenden und
Sportlern. Er gibt zusammen mit seinem Schweizer Pendent Futurebike
die zweimonatliche Zeitschrift InfoBull an seine Mitglieder heraus, mit
Neuigkeiten zu muskelgetriebenen Fahrzeugen, Termine und ähnlichem. Der
HPV ist u.a. für die Überwachung bzw. Dokumentation von
Weltrekordversuchen zuständig.
Bei den inter- bzw. supernationalen bzw.Verbänden wird dies schwieriger. Der IHPVA
(International Human Powered Vehicle Association) war die
Dachorganisation der nationalen Verbände, und den USA, Deutschland,
Frankreich, Australien, Dänemark, Schweden, Finnland, Belgien und den
Niederlanden als Mitgliedern. Der IHPVA ging aus dem HPVA hervor, der
Human Powered Vehicle Association, dem nordamerikanischen Verband, der
sich als erstes in den 70ern nach den wegweisenden Wiederentdeckungen
durch Wilson und Co. gegründet hatte.
Mit verstärkten
Aktivitäten wurde der IHPVA international, ein Prozess, der unter
anderem von Christian Mayer vom HPV e.V. vorangetrieben wurde. Die
IHPVA hatte ein Leitungsgremium bestehend aus Vertretern der nationalen
Verbände und vergab Meisterschaften und verwaltete Rekorde. Die USA
war da nie richtig mit einverstanden und die Mitgliedschaft im IHPVA
ruhte längere Zeit.
2008 kam es nun dazu, dass einige Leute im
HPVA einseitig fanden, dass die IHPVA nicht so war, wie sie es für gut
befanden und beschlossen, ohne Konsultation der anderen nationalen
Verbände, den Namen IHPVA sowie die Domain IHPVA.org an sich zu reißen.
Die feindliche Übernahme der Domain geschah unter Bruch
internationalen Rechts und war leider technisch möglich, da sie von
einem amerikanischen Provider gehostet wurde. Der Rest der Welt
protestierte aber die nationalen Verbände als Mitglieder der IHPVA
beschlossen, die Mittel ihrer Mitglieder nicht dadurch zu verschwenden,
dass langwierige und teure Prozesse durchgeführt werden.
Die Mitgliedsländer beschlossen daraufhin die Umbenennung der tatsächlichen IHPVA in WHPVA
(World Human Powered Vehicle Association), die nun unter diesem Namen
die weiterhin international agierende Vereinigung ist. Die (I)HPVA ist
jetzt identisch mit dem nordamerikanischen Verband, der aber auch
internationale Einzelmitglieder aufnimmt. Der HPV e.V. erkennt die IHPVA
nicht als internationale Vertretung an, sondern nur die WHPVA.
Die WHPVA betreut die Regeln für Rekordversuche und ist auch die verwaltende Instanz. Rekordversuche, die irgendwo in der Welt stattfinden, werden von Vertretern eines nationalen HPV-Vereins dokumentiert und niedergelegt, ob die Rekord-Regeln des WHPVA eingehalten wurden. Diese Dokumentation an den WHPVA weitergereicht. Dort entscheidet das Record-Committee darüber, ob die Regeln erfüllt und die Leistung einem neuen Weltrekord entspricht.
Darüberhinaus gibt es noch eine kleine Organisation, der WRRA (World Recumbent Racing Association), die eine Weltrekordkategorie für teil- und unverschalten Fahrzeugen geschaffen hat, um Rekorde auch ohne den Aufwand von extremen Karossen und Autorennstrecken zu ermöglichen. Diese begrenzten Kategorien gibt es momentan bei der WHPVA noch nicht.
Es ist also eigentlich ganz einfach: Lokaler Verein=HPV e.V., Weltverband=WHPVA, Rekorde bei teil- und unverkleideten Rädern=WRRA.
Knud Jahnke (Mitglied im WHPVA Record-Committee)
HPV, WHPVA, IHPVA, WRRA - die offiziellen Liegeradorganisationen
Sa, 14.08.2010 von Jörg Basler
HPV, WHPVA, IHPVA, WRRA - die offiziellen Liegeradorganisationen
Es gibt einen ganzen Dschungel von Abkürzungen, hinter denen Organisationen zur Förderung muskelgetriebener Fahrzeuge stehen. Wer ist wer? Wer überwacht Rekordversuche? Wer verwaltet Rekorde? Zur Entwirrung hier eine Begriffserklärung der wichtigsten, wer was tut, was sie unterscheidet und wie man sie erreichen kann.
Der HPV e.V. Deutschland
("HPV") ist der offizielle deutsche Verein für Human Powered Vehicles,
also muskelgetriebene Fahrzeuge (und Schwimm- und Fliegzeuge). Der HPV
hat gerade sein 25jähriges Jubiläum gefeiert und versammelt eine
illustre Schar von Bastlern, Alltagsfahrern, Liegeradreisenden und
Sportlern. Er gibt zusammen mit seinem Schweizer Pendent Futurebike
die zweimonatliche Zeitschrift InfoBull an seine Mitglieder heraus, mit
Neuigkeiten zu muskelgetriebenen Fahrzeugen, Termine und ähnlichem. Der
HPV ist u.a. für die Überwachung bzw. Dokumentation von
Weltrekordversuchen zuständig.
Bei den inter- bzw. supernationalen bzw.Verbänden wird dies schwieriger. Der IHPVA
(International Human Powered Vehicle Association) war die
Dachorganisation der nationalen Verbände, und den USA, Deutschland,
Frankreich, Australien, Dänemark, Schweden, Finnland, Belgien und den
Niederlanden als Mitgliedern. Der IHPVA ging aus dem HPVA hervor, der
Human Powered Vehicle Association, dem nordamerikanischen Verband, der
sich als erstes in den 70ern nach den wegweisenden Wiederentdeckungen
durch Wilson und Co. gegründet hatte.
Mit verstärkten
Aktivitäten wurde der IHPVA international, ein Prozess, der unter
anderem von Christian Mayer vom HPV e.V. vorangetrieben wurde. Die
IHPVA hatte ein Leitungsgremium bestehend aus Vertretern der nationalen
Verbände und vergab Meisterschaften und verwaltete Rekorde. Die USA
war da nie richtig mit einverstanden und die Mitgliedschaft im IHPVA
ruhte längere Zeit.
2008 kam es nun dazu, dass einige Leute im
HPVA einseitig fanden, dass die IHPVA nicht so war, wie sie es für gut
befanden und beschlossen, ohne Konsultation der anderen nationalen
Verbände, den Namen IHPVA sowie die Domain IHPVA.org an sich zu reißen.
Die feindliche Übernahme der Domain geschah unter Bruch
internationalen Rechts und war leider technisch möglich, da sie von
einem amerikanischen Provider gehostet wurde. Der Rest der Welt
protestierte aber die nationalen Verbände als Mitglieder der IHPVA
beschlossen, die Mittel ihrer Mitglieder nicht dadurch zu verschwenden,
dass langwierige und teure Prozesse durchgeführt werden.
Die Mitgliedsländer beschlossen daraufhin die Umbenennung der tatsächlichen IHPVA in WHPVA
(World Human Powered Vehicle Association), die nun unter diesem Namen
die weiterhin international agierende Vereinigung ist. Die (I)HPVA ist
jetzt identisch mit dem nordamerikanischen Verband, der aber auch
internationale Einzelmitglieder aufnimmt. Der HPV e.V. erkennt die IHPVA
nicht als internationale Vertretung an, sondern nur die WHPVA.
Die WHPVA betreut die Regeln für Rekordversuche und ist auch die verwaltende Instanz. Rekordversuche, die irgendwo in der Welt stattfinden, werden von Vertretern eines nationalen HPV-Vereins dokumentiert und niedergelegt, ob die Rekord-Regeln des WHPVA eingehalten wurden. Diese Dokumentation an den WHPVA weitergereicht. Dort entscheidet das Record-Committee darüber, ob die Regeln erfüllt und die Leistung einem neuen Weltrekord entspricht.
Darüberhinaus gibt es noch eine kleine Organisation, der WRRA (World Recumbent Racing Association), die eine Weltrekordkategorie für teil- und unverschalten Fahrzeugen geschaffen hat, um Rekorde auch ohne den Aufwand von extremen Karossen und Autorennstrecken zu ermöglichen. Diese begrenzten Kategorien gibt es momentan bei der WHPVA noch nicht.
Es ist also eigentlich ganz einfach: Lokaler Verein=HPV e.V., Weltverband=WHPVA, Rekorde bei teil- und unverkleideten Rädern=WRRA.
Knud Jahnke (Mitglied im WHPVA Record-Committee)


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