McElburg stellt sich vor
"Kürze...kann relativ sein" schrieb hier Eisenherz ganz zu Anfang um endlich einen Beitrag von mir zu erhalten 
Warum "McElburg"
ein Alias "McElburg" ist der erfolgreiche Versuch meinen Familiennamen für Schotten sprechbar zu machen und wurde vor 20 Jahren in einem schottischen Pub würdigend zelebriert.
Radsportlicher Hintergrund
Als Liegeradfahrer (seit 1992) komme ich aus der Randonneur-Ecke, mit einer starken Neigung zu Brevets, die mindestens eine Nacht beinhalten und ohne Support gefahren werden.
Paris-Brest-Paris 2007, eine Radreise in 2008 mit 28 aneinandergereihten 200er sind meine bisher interessantesten Langstrecken gewesen.
Velomobile
Mein derzeitiges Trainingsgerät ist ein Quest (gelb) und wird demnächst durch einen ultraleichten Milan SL (Rohkarosse im Bildhintergrund) abgelöst. In Zusammenarbeit mit dem Räderwerk Hannover (Jens und Helge), Eggert Bülk und meinem Arbeitgeber (Kugelmann-Maschinenbau) entsteht ein kleines "technisches Wunderwerk" das allerdings erst noch funktionieren muss...
24h / 1109km sind das Ziel
24 Stunden durchzufahren mit ordentlich Druck sind nicht das Problem für einen Randonneur. Schon eher die Monotonie des DEKRA-Ovals und das Fahren mit Haube und Helm, davor habe ich grössten Respekt und Bedenken.
Generell gehört für eine solche Zielsetzung eine ordenliche Portion Glück. Das Wetter, der Körper, die Psyche, die Technik, die Ernährung und auch der Steckenzustand an jenem Wochenende, alles muss zusammen harmonieren, ansonst wirds sehr zäh...
McElburg ohne Pedale
Meine "Brötchen" verdiene ich als 42-jähriger Vater dreier Töchter als Maschinenbauingenieur in einem quirligen und sehr kreativem Firmenumfeld. Dies und meine Veloambitionen verlangen meiner Familie sehr viel Geduld ab. Zum Glück habe ich zuhause eine sehr kompetente "Familienmanagerin" die mir den Rücken freihält.
Auch mein Dank gilt dem DropLimits-Team und der DEKRA für diese Unterstützung, Leute das wird ein spannendes Wochenende!
Race (Attempt) Report
Many
thanks to the organizers, to DEKRA (who owns the race-track, esp. the
nice lady at the gate) and the officials, it was a very impressive and
informative race-weekend.
Took part at the race with a special Milan SL-velomobile with an extra portion of technical solutions, later on that more (technical report).
Running out of time with those special details, so I missed the extra-long test rides.
I had to cancel the Cyclevision (Nederlands) and a 720km-Brevet in Switzerland.
The attempt started out of these reasons with a bad touch...
Warming up on Friday evening was for many participants
difficult, because of the plenty of flat tyres (due to extreme high
pressures). Before sunset I rode three laps with a max. of 48km/h and
app. 190Watt. I was swearing and thinking, what is going wrong? Coming
back to the pit-stop people told me I rode laps with 61 and 62 km/h.
Yes, I mixed the wheel circumference from front (20") to rear (26")...
Solution: drinking a beer to cool down.
Saturday morning
started a bit unorganized, because I had to do last modifications at the
vehicle. The first two hours of the race in the morning coolness (I
started 09:45am) were real fun. Just let the velomobile run through the
laps with an average of 58km/h. Then I reduced my speed because of the
increasing heat, there was no chance and need to follow Christian and
Wulf (both with Milan SL).
Around 05:00pm, after 7 hours with
an average of 53km/h my speed droped down extremely (laps with 44km/h). I
reached the pit-stop with ague, I felt im my cabin like a BBQ. 30min
stop and removing the hood, I rode 90min to cool my body. The problem
without hood is a speed-decrease of 4km/h, so at 07:00pm we put the hood
back on my velomobile and till 0:00 I rode 5hours with an average of
50km/h.
At 00:20am, 14h19min riding time, 114 laps each with
5,83km and an total average of 46,4km/h I abandoned the attempt. I
didn´t see my goal of 48km/h.
Till that point I recognized my problems, learned a lot and decided to save my rescources for an other attempt.
The time after following the race of Christian, Charly and Andreas was very interesting, recognizing details and strategies.
On Sunday morning after the attempts we compared my velomobile with
similar vehicles because of the heating and cooling. What a surprise,
the silver coated film on my Milan was not as good reflecting sunenergy
than the yellow gelcoat of the others. The grey-particles of my film
were absorbing a lot of heat...
Why not recognizing this before? We applied the film two weeks before and since that we had cool weather conditions...
Now we have to analyze, discuss and improve many of our ideas and mistakes for the next time.
The wonderful thing of this velomobile is the road capability by removing all the race-specific parts.
See you somewhere in the alps ;-)
Harald Meckelburg
Rennbericht
Den Organisatoren, der Dekra (vor allem der netten Dame am Tor, deren
Namen ich vergessen habe) und den Beobachtern möchte ich ausdrücklich
meinen Dank aussprechen, es war in jeder Hinsicht ein bereicherndes und
lehrreiches Wochenende!
Angetreten bin ich mit einer Milan SL Karosse, die eine extra Portion Technik verpasst kam, dazu aber in einem späteren Beitrag mehr.
Durch
die Eigenbaumassnahmen lief mir allerdings die Zeit davon und die
elementar wichtigen langen Testfahrten blieben aus! Zuerst musste ich
die Cyclevision abblasen, dann ein 720km Brevet in der Schweiz, das tat
weh, war allerdings nicht machbar/zu verantworten.
So nahm die Geschichte von Anfang an einen schlechten Lauf - eben stümperhaft...
...
im Nachhinein bin ich ziemlich überrascht, wie vielen der Teilnehmer
dies ebenso erging, tüfteln/optimieren bis zur letzten Minute.
Das Einfahren am Freitag-Abend auf dem Oval fing mit einem Plattfuß
an, aber der Freitag hatte wohl vielen Teilnehmern "Luft" gekostet.
Der
Freitag-Abend brachte auch eine Überraschung zu Tage, kurz vor meinen
drei Testrunden vor Sonnenuntergang fragte ich Jens noch zu den
Umfangswerten der Conti-Rennreifen. Er gab mir 1472mm an, die ich
unreflektiert in meinen Bordcomputer eingab!
Dann begab ich mich auf die Runden und kam mit meinen ca. 190 Watt
nicht über 48km/h hinaus. Ich war am Fluchen und Grübeln, was bremst
denn hier nun so? Zurück in der Boxengasse wurde mir mitgeteilt, dass
ich 61er und 62er-Runden fuhr - Grübel... Das Powertap-System ermittelt
am 559er-Hinterrad die Geschwindigkeit und ein Jens-Milan am
406er-Vorderrad! Daraufhin trank ich erstmal ein Bierchen.
Samstag
startete ich etwas unorganisiert in das Rennen, letzte Modifikationen
am Rad mussten eben noch schnell mal erledigt werden.
Die ersten zwei Stunden noch in der Morgenkühle waren Fahrspaß pur,
mein Milan lief super und ich wollte das Fahrzeug einfach mal laufen
lassen - traumhafter Schnitt um die 58km/h. Dann reduzierte ich, denn
die Hitze der Mittagssonne machte sich bemerkbar - mit Christian und
Wulf wollte und konnte ich nicht mithalten.
Gegen 17:00 fiel mein
Rundenschnitt in den Keller, mit drei Runden im 44er ging ich mit
Schüttelfrost in die Box, fühlte mich wie ein Grillhänchen. Nach 30min
Pause mit "Salzkur" von Helge und Abbau der Haube ging es "Kopfdraussen"
für 90min zur Abkühlung. Problem dabei ist, dass die fehlende Haube die
Geschwindigkeit um ca. 4 km/h senkt!
Wieder an die Box, Haube
anbauen und dann ging es von 19:00 bis nach 24:00 im geschätzten 50er
Schnitt voran, meine Powertap-Leistungsmeßnabe fiel nach ca. 5h aus,
bzw. deren Werte (Leistung und Geschwindigkeit) konnte ich nicht mehr
trauen, sodaß ich das Display bis auf die akt. Uhrzeit abkleben ließ.
{joomplu:661}Mein
"Tempomat" ein kleiner elektronischer Helfer war hier sehr wertvoll um
die Rundenzeiten konstant zu halten. Dieser übernimmt auf Knopfdruck die
aktuelle Geschwindigkeit, die ich nun im 5-Runden-Mittel von meiner
Crew mitgeteilt bekam und bei einem km/h drüber leuchtet er grün, 1 km/h
darunter rot.
Gegen 00:20, einer Fahrzeit von 14h19min mit 114
Runden zu je 5,83km und einer mittleren Geschwindigkeit von 46,4 km/h
entschied ich aus Unerreichbarkeit meines Zieles von 48km/h
aufzustecken.
Diese Entscheidung wurde von vielen Umherstehenden
diskutiert, Worte wie Spaß am Fahren, pers. Bestleistung fielen. Ums
ganz klar auszudrücken, mit "Unlust" hatte das nichts zu tun, Spaß beim
Langsteckenziehen finde ich bei Karl Weimanns Brevets, pers.
Bestleistungen sind nett, aber irgendwann muss man auch seine pers.
Resourcen schonen und effizient damit umgehen (zumindest ich). Die 14h
auf dem Oval haben mir klar meine Probleme und Möglichkeiten aufgezeigt,
daran muss ich mich nun selber messen und schauen dass dieses Event
kein Fehler war, d.h. mich daran weiterzuentwickeln...
Die Zeit
danach (ab 01:00) war dann mitunter sehr interessant, konnte ich doch
die verbleibenden drei Teilnehmer (Christian, Charly und Andreas) genau
beobachten, kann ich nur empfehlen!
Sonntag-Früh dachten wir eine
Menge über die Hitzeentwicklung im Fahrzeug nach und mussten im
Vergleich zu Wulfs/Jens Milan feststellen, dass die silberne Folie auf
meinem Milan nicht Sonnenstrahlung gut reflektiert, sondern auch
absorbiert (bedingt durch den hohen Grauanteil). Da die Folierung erst
kurzfristig fertig wurde und die wenigen Testkilometer in die kühleren
Tage davor fielen, musste ich dies beim 24h-Versuch "ausschwitzen"!
Die
Lösung der Verpflegungsübergabe mit der Boxengasse und daraus
notwendigen kurzfristigen Verlegung der Zeitmeßschleife war eine
gelungene Lösung, vielen Dank an die Verantwortlichen für diese
Flexibilität.
Nun gilt es erworbenes Wissen zu sortieren, analysieren und weiter umzusetzen.
Man sieht sich wieder, nun genieße ich erstmal den Sommer mit meinem Milan und "Kopfdraußen", ist ja schließlich mit Umbau auch ein gelungenes Alltagsmobil, das nun etwas Auslauf im Allgäu-Alpenraum bekommt.
Harald Meckelburg

